Die Symbian Foundation hat heute, Donnerstag, bekannt gegeben, dass Symbian ab sofort komplett quelloffen zur Verfügung steht. Damit ist der Mitte 2008 begonnene Weg des ehemals proprietären Smartphone-Betriebssystems hin zur Open-Source-Plattform vier Monate früher als ursprünglich geplant abgeschlossen.

Bild: Symbian Logo
Symbian: Der Weg in die Offenheit ist abgeschlossen (Foto: Symbian Foundation)

Die neue Offenheit soll ein höheres Innovationspotenzial und kürzere Produkteinführungszeiten bedeuten. „Die Entwicklergemeinde hat nun die Möglichkeit, die Zukunft der Handy-Industrie zu formen. Das wird zu schnellerer, globaler Innovation führen“, sagt Lee Williams, Executive Director der Symbian Foundation.

Offenheit und Transparenz

Entwickler können nun völlig frei und kostenlos mit der Symbian-Plattform arbeiten.
Gleichzeitig mit der endgültigen Öffnung des Betriebssystems verspricht die Symbian Foundation auch völlige Transparenz bezüglich der weiteren Pläne für Symbian. Dazu zählt die Veröffentlichung einer Plattform-Roadmap und geplanter Features bis inklusive 2011. Diese Pläne könne nun jeder beeinflussen und neue Features beisteuern, so die Symbian Foundation.

Der Open-Source-Schritt ist ein wichtiger Schritt im Kampf um Smartphone-Marktanteile. In den letzten Jahren hatte der Branchenprimus Symbian immer weiter Boden speziell an das iPhone mit seinem Betriebssystem sowie Android verloren. „Es wird immer wichtiger, dass Smartphone-Plattformen Entwicklern etwas Besonderes bieten“, meint IDC-Analyst John Delaney. Der Übergang in die Quelloffenheit der verbreitetsten Plattform erfülle dieses Kriterium. „Es wird spannend sein zu sehen, wo das die Industrie hinführt“, so Delaney.

Breite Unterstützung

Im Juni 2008 hatte Nokia die Komplettübernahme von Symbian Ltd. angekündigt, um das gleichnamige Betriebssystem in die Symbian Foundation einzubringen. Der Stiftung, die rund ein Jahr später den ersten Open-Source-Schritt gewagt hat, gehört neben Nokia ein breites Spektrum an Industriegrößen an, darunter Handy-Hersteller wie Samsung und Sony Ericsson, Mobilfunker wie NTT DoCoMo und Vodafone sowie die Chiphersteller Qualcomm und Texas Instruments.

Ab heute stehen alle 108 Software-Pakete der Symbian-Plattform quelloffen zur Verfügung. Zusätzlich werden passende Software- und Geräteentwicklertools angeboten, um die Entwicklung auch für die aktuellste Betriebssystem-Version Symbian^3 zu unterstützen. Damit ist das laut Symbian Foundation größte Open-Source-Migrationsprojekt der Software-Geschichte abgeschlossen.

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Thorsten Claus ist Gründer und Chefredakteur von “moobilux | Connected Mobile” mit mehr als 16 Jahren Berufserfahrung. Der langjährige Journalist beschäftigt sich vor allem mit Themen rund um die mobile Telekommunikation. Als Experte veröffentlichte er in den vergangenen Jahren u. a. Fachbeiträge in “VoIP Compendium”, “Voice Compass” und “t3n”. Als Experte berichtete er in “Deutschland-Radio Wissen”, “Finacial Times Deutschland” und bei “n-tv” über die neuen Trends und Entwicklungen in der Technologie-Branche. Thorsten Claus ist Mitgründer der Pitch-TV-Eventserie „pitchfreunde // Show Your Mobile“ welches sich speziell an Startups mit Fokus Mobile & e-Mobility richtet.

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