Digitale Dividende: Freie TV-Frequenzen gehen an Mobilfunker

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Die österreichische Bundesregierung hat festgelegt, dass die als „Digitale Dividende“ bezeichneten Frequenzen, die durch die Abschaltung des analogen TV-Signals freigeworden sind, zum Großteil künftig für die mobile Breitbandversorgung verwendet werden. Wie Infrastrukturministerin Doris Bures heute, Dienstag, in einer Aussendung bekannt gegeben hat, könnte die Versteigerung der Frequenzen bereits Ende 2011 erfolgen.

Bild: Antennenturm
Digitale Dividende geht an Mobilfunker (Foto: pixelio.de/TomMueck)

Den aktuellen Informationen zufolge soll der obere Bereich des Spektrums, der das Frequenzband 790 bis 862 Megahertz umfasst, neu vergeben werden. Diese Frequenzen zeichnen sich durch besonders günstige Ausbreitungseigenschaften aus, was sie für die Mobilfunker attraktiv macht. Die Frequenzbereiche von 470 bis 790 Megahertz bleiben laut Bures der Nutzung durch Rundfunkunternehmen vorbehalten.

Studie als Entscheidungsgrundlage

Zur Bewertung der Nutzung der Digitalen Dividende hat die Bundesregierung eine Studie in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse nun vorliegen. Die Analyse zeigt, dass der Nutzen für die Bevölkerung und die Unternehmen in Österreich besonders hoch ist, wenn das Frequenzband vollständig für den Breitband-Mobilfunk und hier insbesondere zur flächendeckenden Versorgung ländlicher Räume verwendet wird.

Für Bures sei es wichtig, Investitions- und Planungssicherheit zu schaffen. „Diese Entscheidung setzt einen klaren Rahmen, räumt bestehende Unsicherheiten aus und legt die Grundlage für Investitionen, neues Wachstum und Beschäftigung“, so die Ministerin.

Tauziehen um Frequenzen

Mobilfunkunternehmen und TV-Anstalten hatten sich in der Vergangenheit eine hitzige Diskussion über die weitere Nutzung der Frequenzen geliefert. Während die Mobilfunker in der Digitalen Dividende die Chancen sehen, eine flächendeckende Versorgung mit mobilem Internet umzusetzen, fürchten die Rundfunkunternehmen unter anderem, dass Rundfunksignale dadurch gestört werden könnten.

In Deutschland läuft die Frequenzversteigerung bereits und es zeichnet sich vor allem für das obere Frequenzband großes Interesse seitens der Mobilfunker ab. Für die 800-Megahertz-Frequenzen wurden insgesamt bereits rund 1,4 Mrd. Euro geboten.

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