Schwellenländer werden zur App-Goldgrube

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Der mobile Datenmarkt legt noch einen Zahn zu. So blüht das Geschäft mit Handy-Anwendungen, Apps und Services in den Schwellenländern in den kommenden Jahren erst richtig auf, wie die Marktforscher von Informa Telecoms & Media aufzeigen. Ihrer Prognose nach steigen die Umsätze mit mobilen Diensten ohne Sprachtelefonie weltweit von rund 200 Mrd. Dollar aus dem Vorjahr bis 2014 auf 340 Mrd. Dollar. Mit 36 Prozent nehmen die 15 größten Emerging Markets davon einen nicht unwesentlichen Anteil ein.

Bild: Telefontastatur im Winkel
Handy: Emerging Markets als Wachstumstreiber (Foto: aboutpixel.de, Karl Waldeck)

2G-Services großes Thema

„Im Vergleich zu den entwickelten Ländern bestehen in den Schwellenmärkten sehr unterschiedliche ökonomische, soziale, demografische und kulturelle Herausforderungen“, sagt Informa-Senior-Analyst Shailendra Pandey. So sind in vielen Staaten etwa noch keine 3G-Dienste verfügbar oder nur Nutzern in größeren Städten vorbehalten. In ländlichen Regionen und kleinen Städten sind 2G-Services wie SMS für Mobilfunkbetreiber und Verbraucher daher ein um so größeres Thema.

Netzbetreiber und Service-Anbieter aus Schwellenländern waren laut Informa bei der Entwicklung neuer Dienste und Anwendungen schon bisher innovativer und aktiver als ihre Gegenüber in den Industriestaaten. Mit mobilen Zahl- und Überweisungsfunktionen oder Informationsangeboten für die Landwirtschaft sind sie den alltäglichen Bedürfnissen der Bevölkerung sowie der sozialen und ökonomischen Entwicklung in diesen Märkten begegnet.

Schlüsselrolle für gesamte Industrie

In Zukunft versprechen besonders mobiles Social Networking und Instant-Messaging-Chat-Anwendungen ein starkes Wachstum im Datenmarkt der Emerging Markets. Apps, die sowohl auf 3G- als auch auf 2G-Basis funktionieren, sind Informa zufolge dabei besonders erfolgreich. Noch haben die Mobilfunkbetreiber in den Schwellenländern den Mobile-App-Stores zwar nicht die gleiche Aufmerksamkeit geschenkt wie ihre Pendants in Europa und den USA. Große Anbieter wie etwa China Mobile haben den Trend jedoch bereits erkannt und eigene Download-Shops eingerichtet.

Angesichts der Sättigung und limitierter Wachstumsaussichten in den entwickelten Märkten kommt den Schwellenländern in der Mobilfunkindustrie in Zukunft wohl noch mehr Gewicht zu als bereits der Fall. Sowohl für Netzbetreiber und Handy-Hersteller als auch Software- und Technologie-Entwickler können sie künftig eine Schlüsselrolle spielen.

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