Jochen Homann Präsident der BNetzA
BNetzA-Präsident Jochen Homann (Foto: BNetzA)

Nach dem die EU-Kommission die Senkung Preisobergrenzen für das Roaming in der EU in diesem Jahr beschlossen hat, zieht nun auch die nationale Bundesnetzagentur nach und senkt die sogenannten Terminierungsentgelte für Mobilfunkanrufe.

Demnach werden die deutschen Mobilfunkanbieter wie beispielsweise T-Mobile, Vodafone, O2 und E-Plus ab dem 1. Dezember 2012 nur noch 1,85 Eurocent pro Minute netto für die Zustellung von Anrufen aus anderen Netzen berechnen können. In einem zweiten Schritt soll das Entgelt ab dem 1. Dezember 2013 noch einmal geringfügig auf 1,79 Eurocent pro Minute netto sinken. Derzeit liegen diese zwischen 3,36 und 3,39 Eurocent pro Minute netto.

Jochen Homann Präsident der BNetzA
BNetzA-Präsident Jochen Homann (Foto: BNetzA)

Die betroffenen Mobilfunkbetreiber kritisieren die BNetzA-Entscheidung scharf. „Die Absenkung ist ein schlechtes Signal für weitere Investitionen in modernen breitbandigen Mobilfunk“, sagt ein Sprecher der Telekom in der FAZ und merkt an, dass den Unternehmen ein Umsatzvolumen von 500 Millionen Euro entzogen werde. Auch Vodafone äußert sich ähnlich und spricht von einer dramatischen Absenkung sowie einem völlig falschen Signal. Erneut werde Geld aus dem Markt gezogen, das für den Ausbau neuer digitaler Infrastrukturen dringend benötigt werde.Dem hält der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann entgegen und begründete den Abschlag mit dem wachsenden Anteil des Datenvolumens im Mobilfunk. „Immer weniger Kosten werden durch den Sprachverkehr verursacht“, sagt Homann. Durch die Absenkung der Preise wird auch Luft für eine Verringerung der Endkunden-Tarife geschaffen, wobei sie den Unternehmen jedoch zugleich Spielraum lässt, um „weiterhin ihre Investitionen in den Breitband-Ausbau, insbesondere LTE“, vorantreiben zu können.

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