Breitband-Internet in Deutschland weiterhin ein Problem

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Breitband-Internet in Deutschland weiterhin ein Problem. (Bild: Unsplash / Glenn Carstens-Peters)
Breitband-Internet in Deutschland weiterhin ein Problem. (Bild: Unsplash / Glenn Carstens-Peters)

Mit 42 Prozent nur knapp die Hälfte aller deutschen Unternehmen mit Zugang zum Internet und mindestens zehn Beschäftigten haben 2017 über einen schnellen Internetanschluss verfügt, wie das Statistische Bundesamt am Freitag, bekannt gegeben hat. Unter einem schnellen Anschluss verstehen die Statistiker einen festen Breitbandanschluss mit einer vertraglich vereinbarten Datenübertragungsrate von mindestens 30 Megabit pro Sekunde.

Mittelfeld

Ungleichverteilung der Internetgeschwindigkeit (Grafik: Destatis)
Ungleichverteilung der Internetgeschwindigkeit (Grafik: Destatis)

Wenn Deutschland das europäische Mittelfeld nicht bald hinter sich lasse, werde es den Anschluss bei der dringend notwendigen Digitalisierung der Wirtschaft verlieren, urteilte jüngst Barbara Engels, Ökonomin beim Institut der deutschen Wirtschaft gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Auch wenn immer mehr Regionen Zugang zu Breitbandinternet haben, bleibe das Ausbautempo zu gering. Das betreffe vor allem Unternehmen auf dem Land. Hier gebe es ein klassisches Henne-Ei-Problem: Weil schnelles Internet Mangelware sei, bestimme es oftmals auch nicht die Produkte und Geschäftsmodelle der Unternehmen – und wird deshalb nicht gefordert.

Dänemarkt bleibt führend
Angesichts der aktuellen Zahlen liegt Deutschland laut der Behörde damit wie in den Vorjahren im europäischen Mittelfeld und knapp über dem Durchschnitt aller 28 EU-Mitgliedstaaten (40 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der Unternehmen mit schnellem Internet in Deutschland um vier Prozentpunkte (2016: 38 Prozent) gestiegen. Der EU-Durchschnitt stieg mit sechs Prozentpunkten etwas stärker (2016: 34 Prozent).

Die Spitzenplätze in der EU belegten im Jahr 2017 Dänemark (73 Prozent), die Niederlande (65 Prozent) und Schweden (64 Prozent). Am geringsten verbreitet war schnelles Internet bei Unternehmen in Zypern (25 Prozent), Griechenland (25 Prozent) und Italien (23 Prozent).

Keine volle Bandbreite
Laut der Auswertung der rund 700.000 Bandbreitenmessungen bei der Bundesnetzagentur stellt den deutschen Internetanbietern keine besonders gute Note aus: Viele Nutzer erhalten nicht einmal die Hälfte der versprochenen Bandbreite. So erhielten 71,6 Prozent der Nutzer mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate. Nur 12 Prozent der Anschlussinhaber konnten die Maximalgeschwindigkeit auch tatsächlich nutzen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich insgesamt nicht viel getan, auch waren erneut zwei Drittel der Kunden mit der Leistung ihres Anbieters mindestens zufrieden.

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