„JooJoo“: 12,1-Zoll-Tablet setzt auf Flash

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Der Hersteller Fusion Garage hat bekannt gegeben, dass sein 12,1-Zoll-Tablet JooJoo in Massenfertigung gegangen ist und bis Ende Februar erste Geräte an Kunden ausgeliefert werden sollen. Das im Dezember 2009 erstmals angekündigte Tablet, das auch Flash unterstützt, sei Vorreiter einer neuen Geräteklasse.

Bild: JooJoo Tablet
JooJoo - mit FLash, Kamera und USB gegen das iPad (Foto: Fusion Garage)

Das meinte auch Steve Jobs vom iPad. Dem Apple-Tablet sagt das JooJoo unter anderem mit zusätzlichen Features wie einem USB-Port und einer integrierter Kamera den Kampf an. „Es geht nicht unbedingt um Hardware, sondern um die Software“, meint Dan Cryan, Senior Analyst bei Screen Digest. Wenn die Usability stimme, könne das iPad trotzt vermeintlicher Mängel das Rennen machen.

Hardware-Vorteil für JooJoo

Da man das eigene Gerät zuerst angekündigt hatte, sieht sich Fusion Garage als eigentliches Tablet-Vorbild auch für Apple. „Nachahmung ist die aufrichtigste Form der Schmeichelei“, meint Unternehmens-CEO Chandra Rathakrishna gegenüber dem Technikportal engadget. Dabei gibt es neben dem größeren und im Widescreen-Format gehaltenen Display weitere klare Unterschiede. So bietet das JooJoo mit einer Kamera für Video-Conferencing sowie einem USB-Port zwei Hardware-Features, deren Fehlen dem iPad viel Kritik eingebracht hat.

„Konsumenten haben sich auch in der Vergangenheit für Produkte entschieden, denen vermeintlich Features fehlen“, betont Cryan. Er verweist auf den großen Erfolg des iPods trotz vermeintlicher Mängel wie dem über lange Jahre fehlenden integrierten Radio. Insofern seien Hardware-Features nicht unbedingt ein Maßstab. Wenn die Software-seitigen Funktionen und die Usability stimmen, kann ein Gerät dennoch den Markt erobern.

Im Bereich Software bietet das JooJoo den Vorteil, dass es Flash unterstützt. Das Fehlen dieser Technologie beim iPad wurde nicht nur von Adobe scharf kritisiert. „Das Fehlen von Flash ist in der Tat interessant“, meint Cryan. Allerdings sei Flash nicht mehr so dominant wie einst und beispielsweise YouTube oder der iPlayer der BBC funktionieren auch ohne die Adobe-Technologie. Auch verweist der Analyst auf eine weitere Apple-Erfolgsgeschichte. „Viele Webseiten, darunter auch solche mit nicht jugendfreien Inhalten, haben auf das iPhone ausgelegte Versionen“, erklärt er.

Der Preis für das JooJoo liegt jedenfalls genau wie beim 3G-losen iPad bei 500 Dollar. Es wird sich also klar zeigen, für welchen Tablet-Zugang die Kunden mit ihrem Geld stimmen. Dass sich User für JooJoo entscheiden, wäre auch im Interesse der malaysischen CSL Group. Sie stellt das JooJoo nicht nur her, sondern finanziert auch die Fertigungskosten vor und erhält dafür eine Einnahmenbeteiligung.

Im Hintergrund tobt für Fusion Garage indes noch ein Rechtsstreit. Das Unternehmen sollte mit Michael Arrington, dem Gründer des Technkiblogs TechCrunch, das „Crunchpad“ verwirklichen.

Dieser Deal ist im November 2009 geplatzt. Das JooJoo wird von Arrington als Alleingang mit dem ursprünglichen Crunchpad gesehen und im Dezember 2009 Klage gegen Fusion Garage eingereicht.

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