o2 Deutschland startet Open-RAN Piloten in Berlin

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o2 Deutschland startet Open-RAN Piloten in Berlin. (Bild: Telefónica)
o2 Deutschland startet Open-RAN Piloten in Berlin. (Bild: Telefónica)

Als erster deutscher Netzbetreiber hat O2 Telefónica in seinem kommerziellen Netz einen Open RAN-Intelligent Controller (RIC) von Nokia mit einem Mobilfunk-Cluster verbunden. In den kommenden Monaten wird die künstliche Intelligenz des RIC das Mobilfunknetz für Kunden im Berliner Stadtteil Hellersdorf eigenständig optimieren.

Die ständige Überprüfung und Optimierung eines Mobilfunknetzes mit seinen vielen tausend Mobilfunkanlagen ist ein wesentlicher Vorteil für Mobilfunkkunden, da diese so in den Genuss einer stets optimalen Netzabdeckung und Mobilfunkversorgung kommen.
Diese Aufgabe übernimmt in Teilen ein neues Technikelement im O2-Netz: Der RAN Intelligent Controller (RIC) von Nokia.

Schaubuild RAN Intelligent Controller. (Bild: Telefónica)

In einer ersten Phase wird der RIC ein ungewöhnliches Verhalten von Funkzellen erkennen, basierend auf den umfangreichen Protokolldaten des Netzes, die der RIC von diesen Zellen erhält. Diese Daten enthalten keine Nutzerinformationen. Dank der enormen Rechenpower analysiert der RIC viele Parameter gleichzeitig und ist damit schneller als jeder Mensch.

An den neuen RAN Intelligent Controller in München sind seit Anfang Februar insgesamt elf Mobilfunkanlagen angeschlossen, die derzeit die Berliner Bevölkerung im Stadtteil Hellersdorf mit 5G, 4G/LTE und 2G/GSM versorgen. Aktuell befindet sich das RIC-System laut Telefónica Deutschland in der „Lernphase“, wie das Unternehmen heute in seiner Pressemitteilung schreibt.

Erklärung:
Das Radio Access Network (RAN) ist der Teil eines mobilen Telekommunikationsnetzes, der die drahtlose Verbindung zu den Endgeräten herstellt und den Zugang zum Kernnetzwerk ermöglicht. Alle Mobilfunktechnologien 2G, 3G, 4G und 5G verwenden RANs in technisch unterschiedlichen Varianten.

Im Wesentlichen bestehen diese aus den Basisstationen, Antennen, Software und entsprechender Sende- und Empfangstechnik in den Endgeräten. Bisher waren diese RANs immer an die proprietäre Technik der einzelnen Hersteller gebunden.

Das will die neue Initiative der O-RAN Alliance mit den Open-RAN ändern. Diese laufen auf Standardhardware mit offenen Schnittstellen und ohne proprietäre Software & Technik, was die Interoperabilität in den Radio Access Networks der Mobilfunknetze verbessern soll.

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